Bei unverschuldetem Unfall zahlt in aller Regel die gegnerische Versicherung das Gutachten. Wann das nicht oder nur zum Teil gilt, etwa bei Mitschuld, bei einem Bagatellschaden, im Kaskofall oder bei eigener Schuld, erklären wir dir hier Fall für Fall.
Das hängt vor allem davon ab, wer den Unfall verursacht hat — und wie groß der Schaden ist. Die vier Fälle im Überblick.
Bei unverschuldetem Unfall zahlt in aller Regel die gegnerische Versicherung das Gutachten. Die Gutachterkosten gehören zu deinem Schaden, und den muss die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ersetzen (§ 249 BGB). Mit deiner Abtretung rechnen wir direkt mit ihr ab, du gehst nicht in Vorleistung. Das gilt in aller Regel auch, wenn du dein Auto gar nicht reparieren lässt, sondern dir den Schaden auszahlen lässt.
Haften beide Seiten, übernimmt die gegnerische Versicherung die Gutachterkosten nur anteilig nach der Haftungsquote — bei 70 % Fremdschuld also 70 % der Gutachterkosten. Den Rest trägst du. Ist eine Mitschuld schon vor dem Termin absehbar, sprechen wir das vorher mit dir an.
Bei sehr kleinen Schäden verweist die Versicherung oft auf einen Kostenvoranschlag und zahlt kein volles Gutachten. Eine feste Grenze gibt es dafür nicht — die Gerichte bemessen sie unterschiedlich, teils erst bei rund 1.000 €. Es zählt auch, ob du vorher erkennen konntest, dass der Schaden nur oberflächlich ist. Konntest du das nicht, sind die Gutachterkosten auch unterhalb dieser Grenze erstattungsfähig (BGH, Urteil vom 30.11.2004, Az. VI ZR 365/03). Wir sagen dir vor der Begutachtung, ob dein Schaden in diesen Bereich fallen könnte, sobald wir es beurteilen können — du entscheidest dann, ob wir tätig werden. Gutachten oder Kostenvoranschlag?
Bei Hagel, Wildunfall, selbst verschuldeten Schäden oder einer Fahrerflucht ohne bekannten Verursacher gibt es keine Gegenseite, die das Gutachten zahlen muss. Hier gilt: Festpreis auf Anfrage. Er richtet sich nach Fahrzeug und Schadenumfang, und du erfährst ihn vorab — schriftlich und verbindlich, bevor etwas beauftragt wird. Ob sich ein eigenes Gutachten im Kaskofall lohnt, hängt auch von deinen Versicherungsbedingungen ab; wir sagen es dir, wenn es sich nicht lohnt. Ratgeber Kaskoschaden
Kurz gesagt: Bei unverschuldetem Unfall zahlt in aller Regel die gegnerische Versicherung das Gutachten — bei Mitschuld nur anteilig, bei einem Bagatellschaden unter Umständen gar nicht, und bei Kasko oder eigener Schuld gibt es keine Gegenseite, die zahlt. Was absehbar ist, besprechen wir vor der Beauftragung. Ruf uns bei Fragen einfach an: +49 211 15852-312.
Wie es nach einem unverschuldeten Unfall Schritt für Schritt weitergeht und welche Schadenposten dazugehören, liest du auf der Seite Unfall unverschuldet? So läuft dein Gutachten.
Eine feste Summe für jeden Fall gibt es nicht. So rechnen wir ab.
Du möchtest vorher wissen, womit du rechnen musst? Ruf uns an unter +49 211 15852-312 — wir klären die Kostenfrage mit dir, bevor wir zu dir kommen.
Das kommt vor. Hier steht allgemein, woran es meistens liegt und wie es dann weitergeht.
Hast du uns die Gutachterkosten abgetreten, rechnen wir direkt mit der Versicherung ab und gehen einer Kürzung nach. Bleibt am Ende ein Teil offen, bleibt er nach unseren AGB bei dir (§ 6 Abs. 4). Wir sagen dir das, sobald wir davon erfahren, und rechnen den offenen Teil dann mit dir ab — du hörst es von uns, nicht von einem Mahnschreiben.
Hinweis: Dieser Abschnitt informiert allgemein über die Erstattung von Gutachterkosten und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei rechtlichen Fragen zu deinem konkreten Unfall wende dich an eine Kanzlei für Verkehrsrecht.
In aller Regel nicht. Bei einem unverschuldeten Unfall unterschreibst du eine Abtretungserklärung — damit rechnen wir die Gutachterkosten direkt mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung ab, und du gehst nicht in Vorleistung. Zwei Punkte solltest du kennen: Ohne diese Abtretung bekommst du unsere Rechnung selbst und holst dir den Betrag bei der Versicherung zurück. Und falls die Versicherung die Haftung bestreitet oder nur anteilig zahlt, bleibt der offene Teil bei dir — wir sagen dir das, sobald wir davon erfahren, und rechnen ihn dann mit dir ab (§ 6 unserer AGB).
Die Haftungsquote ergibt sich aus dem Unfallhergang — zum Beispiel 50/50 oder 70/30. Ist eine Mitschuld schon vor dem Termin absehbar, sprechen wir das vorher an. Steht die Quote erst später fest, sagen wir dir, sobald wir sie kennen, welcher Anteil der Gutachterkosten auf dich entfällt.
Das richtet sich nach Fahrzeug und Schadenumfang. Melde dich kurz mit ein paar Eckdaten — telefonisch, per Mail oder direkt in der carproof-App — und du bekommst vorab einen festen Preis genannt. Erst wenn du zustimmst, geht es los.
Bei einem unverschuldeten Unfall in aller Regel ja: Die Gutachterkosten gehören auch dann zum Schaden, wenn du dir den Betrag auszahlen lässt, statt zu reparieren. Bei Mitschuld gilt auch hier nur der Anteil nach der Quote. Mehr dazu im Ratgeber Fiktive Abrechnung.
Nein. Nach einem unverschuldeten Unfall darfst du deinen Sachverständigen in der Regel frei wählen. Ausnahmen gibt es beim Bagatellschaden und im Kaskofall, wo deine Versicherungsbedingungen gelten. Mehr dazu im Ratgeber Freie Gutachterwahl.