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Unfallhilfe

Was tun nach einem Unfall? Die Schritt-für-Schritt-Checkliste

Lesedauer: ca. 8 Minuten · Stand: August 2026 · Geprüft vom carproof-Sachverständigenteam

Ein Knall, ein Schreck — und plötzlich sollst du zehn Dinge gleichzeitig richtig machen. Genau dafür ist diese Checkliste da: sechs Schritte in der richtigen Reihenfolge, damit niemand zu Schaden kommt und du hinterher alles in der Hand hast, was du für die Regulierung brauchst.

1. Unfallstelle absichern

Bevor du dich um Blechschaden oder Schuldfrage kümmerst, gilt: Erst die Gefahrenstelle entschärfen. Schalte sofort den Warnblinker ein, zieh die Warnweste an, bevor du aussteigst, und stelle das Warndreieck gut sichtbar vor der Unfallstelle auf — bei einer Kurve oder Kuppe davor, damit der nachfolgende Verkehr rechtzeitig gewarnt wird.

Als Faustregel für den Abstand des Warndreiecks gilt:

50 m
innerorts — etwa die Länge von zwei Ampelabständen
100 m
auf der Landstraße — ungefähr die Strecke zwischen zwei Leitpfosten
200 m
auf der Autobahn — hier ist der Anhalteweg am längsten

Wichtig auf der Autobahn

Halte dich nie länger als nötig auf der Fahrbahn auf. Bring dich und alle Mitfahrenden hinter der Leitplanke in Sicherheit und warte dort — nicht im Auto und nicht auf dem Standstreifen. Der fließende Verkehr ist an einer Unfallstelle die größte Gefahr.

2. Erste Hilfe leisten & Notruf wählen

Gibt es Verletzte, hat das Vorrang vor allem anderen. Wähle die europaweite Notrufnummer 112, sobald jemand verletzt sein könnte — im Zweifel lieber einmal zu oft. Leiste danach Erste Hilfe, so gut du kannst: ansprechen, Atmung prüfen, Wunden versorgen, Wärme geben. Niemand erwartet Perfektion; strafbar ist nur, gar nicht zu helfen (unterlassene Hilfeleistung, § 323c StGB).

Beim Notruf helfen dir die klassischen W-Fragen: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Und dann: Warten auf Rückfragen — die Leitstelle beendet das Gespräch.

3. Beweise sichern: die Foto-Checkliste

Sobald die Unfallstelle sicher ist und niemand medizinische Hilfe braucht, wird dein Smartphone zum wichtigsten Werkzeug. Fotos vom Originalzustand der Unfallstelle sind später durch nichts zu ersetzen — weder für die Versicherung noch für den Gutachter. Diese Aufnahmen solltest du machen, bevor die Fahrzeuge bewegt werden:

Tipp: Geführte Fotos in der carproof-App

In der carproof-App führen dich Foto-Schablonen durch genau diese Aufnahmen — du legst die Umrisse einfach über dein Motiv und triffst automatisch die Perspektiven, die der Sachverständige später braucht. So fehlt am Ende kein Bild.

4. Wann du die Polizei rufen solltest

Nicht jeder Blechschaden braucht die Polizei — bei einem kleinen Parkrempler, bei dem sich beide Seiten einig sind, reicht der Datenaustausch. In diesen Fällen solltest du aber immer die 110 wählen:

Nimmt die Polizei den Unfall auf, lass dir das Aktenzeichen und die Dienststelle geben — beides brauchst du später für die Versicherung.

Unterschreibe kein Schuldanerkenntnis

Egal wie eindeutig die Lage wirkt: Gib an der Unfallstelle keine schriftliche oder mündliche Schulderklärung ab. Die rechtliche Bewertung übernehmen Versicherung und gegebenenfalls Gericht — ein vorschnelles Anerkenntnis kann dir sogar den eigenen Versicherungsschutz gefährden. Den Hergang sachlich schildern darfst und sollst du natürlich.

5. Daten mit dem Unfallgegner austauschen

Notiere dir in Ruhe alle Angaben, die du für die Schadenregulierung brauchst — am einfachsten fotografierst du zusätzlich die Dokumente ab:

Praktisch ist der Europäische Unfallbericht: ein standardisiertes Formular, das ihr gemeinsam ausfüllt und das beide unterschreiben — es dokumentiert nur den Hergang und ist kein Schuldanerkenntnis. Kennst du nur das Kennzeichen des Gegners, findest du seine Versicherung über den Zentralruf der Autoversicherer unter 0800 250 260 0 heraus.

6. Schaden melden & Gutachter einschalten

Zu Hause angekommen beginnt der zweite Teil: die Regulierung. Wichtig zu wissen — als Geschädigter darfst du deinen Sachverständigen frei wählen (§ 249 BGB). Du musst weder den Gutachter der gegnerischen Versicherung akzeptieren noch ihren schnellen Pauschalangeboten zustimmen. Ein unabhängiges Gutachten erfasst neben den Reparaturkosten auch Positionen wie Wertminderung und Nutzungsausfall, die sonst leicht unter den Tisch fallen. Bei unverschuldetem Unfall trägt die gegnerische Haftpflichtversicherung die Gutachterkosten. Und: Lass dein Auto erst begutachten, bevor repariert wird — sonst sind die Beweise weg.

Mit carproof erledigst du diesen Schritt komplett digital: Schaden in der App melden, Fahrzeugdaten per Fahrzeugschein-Scan übernehmen, Termin bestätigen — der geprüfte Sachverständige aus deiner Region kommt zu dir — auch dorthin, wo dein Auto steht, wenn es nicht mehr fährt. Das fertige Gutachten liegt in der Regel innerhalb von zwei Werktagen nach der Begutachtung als PDF in deiner App, und der KI-Assistent beantwortet Zwischenfragen rund um die Uhr.

Kurz zusammengefasst

  • Absichern: Warnblinker, Warnweste, Warndreieck (50/100/200 m)
  • Verletzte versorgen, Notruf 112 — Polizei 110, wenn nötig
  • Fotos vor dem Wegfahren, Daten und Zeugen notieren
  • Kein Schuldanerkenntnis an der Unfallstelle
  • Eigenen Gutachter wählen, erst danach reparieren lassen

Häufige Fragen zum Verhalten nach dem Unfall

Muss bei jedem Unfall die Polizei kommen?

Nein. Bei einem reinen Bagatellschaden ohne Verletzte, bei dem beide Seiten kooperieren und die Daten austauschen, ist die Polizei nicht verpflichtet zu kommen — und du bist nicht verpflichtet, sie zu rufen. Sobald aber Verletzte, Streit, Fahrerfluchtverdacht, Alkohol oder unklare Versicherungsverhältnisse im Spiel sind, ruf die 110.

Darf ich mein Auto vor der Begutachtung reparieren oder waschen lassen?

Besser nicht. Der Sachverständige braucht das Fahrzeug im Unfallzustand, um Schadenbild und Schadenhöhe belastbar zu dokumentieren. Wer vorher repariert, riskiert, dass sich Ansprüche nicht mehr nachweisen lassen. Notreparaturen für die Verkehrssicherheit sind in Ordnung — dann vorher fotografieren.

Wie schnell muss ich den Schaden melden?

So bald wie möglich. Gegenüber der eigenen Kaskoversicherung gelten meist vertragliche Meldefristen von etwa einer Woche — ein Blick in deine Versicherungsbedingungen lohnt sich. Den Haftpflichtschaden beim Gegner solltest du ebenfalls zeitnah anstoßen: Je früher das Gutachten beauftragt ist, desto schneller läuft die Regulierung.

Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein über das Verhalten nach einem Verkehrsunfall und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei rechtlichen Fragen zu deinem konkreten Unfall wende dich an eine Kanzlei für Verkehrsrecht.

Unfall gehabt? Ab hier übernehmen wir.

Melde deinen Schaden in wenigen Minuten — ein carproof-Sachverständiger meldet sich so schnell wie möglich und sagt dir gleich, wann er bei dir sein kann. Qualifikation und Betriebshaftpflicht prüfen wir bei jedem, der für uns unterwegs ist. Bei fremder Schuld zahlt in aller Regel die gegnerische Versicherung.

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Oder ruf uns an: +49 211 15852-312